PR-Gag statt Aufklärung

Sprache und Wirklichkeit. Das Bildungsministerium und der "sensible Sprachgebrauch": unsensibel und desinteressiert.

Vorwort | Alexander Pollak | aus FALTER 10/01 vom 07.03.2001

Bereits im vergangenen Sommer war sie von der Ministerin für Bildung und Wissenschaft groß angekündigt worden: eine Broschüre, die sich mit "belasteter Sprache" auseinander setzen, über diese aufklären soll. Man wolle eine Wissenschaftlergruppe mit der Erstellung einer derartigen Aufklärungsbroschüre betrauen, hieß es aus dem Ministerium. Auf die Wissenschaftler wurde verzichtet, stattdessen wurde die ministeriumsinterne Abteilung für "politische Bildung" mit der Aufgabe betraut - und offensichtlich überfordert. Bereits bei kurzem, oberflächlichem Anlesen der Broschüre* fällt auf, dass irgendetwas nicht passt, dass der Aufklärungsversuch, sowohl vom konzeptionellen Grundgedanken als auch von der inhaltlichen Ausführung her, sehr problematisch ausfällt.

Während im Rahmen der Vorankündigung des Projekts noch die "Erhellung belasteter Sprache", der Gebrauch von Ausdrücken mit "dunkler" (NS-)Vergangenheit als das zentrale Thema der Aufklärungsbroschüre genannt worden war,


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