Haiders Wahrheit

FPÖ. Antisemitische Untertöne, Lücken und Vereinfachungen: Jörg Haider stolpert wieder einmal über sein eigenes Geschichtsbild.

Politik | Gerald John | aus FALTER 10/01 vom 07.03.2001

Acht Jahrzehnte danach leisten sie wieder Blutzoll: Eine Blutspendeaktion hat die Sudetendeutsche Landsmannschaft ins Leben gerufen, "zum Gedenken an die ersten Blutopfer" vom 4. März 1919. An diesem Tag hatte Militär der neu geschaffenen tschechoslowakischen Republik in die Reihen sudetendeutscher Demonstranten gefeuert, die in verschiedenen Städten für ihr Selbstbestimmungsrecht auf die Straße gegangen waren. Der Toten von damals und jener, die bei der Vertreibung von 3,5 Millionen Deutschen aus der Tschechoslowakei nach dem Zweiten Weltkrieg umgebracht wurden, gedachte die Landsmannschaft vergangenen Samstag in Wien-Margareten. Burschenschafter in voller Wichs standen Spalier, der Männerchor Falkenstein sang "Selig die Verfolgten". Und, natürlich: Jörg Haider kam.

Der Auftritt Haiders in historischer Sache lockte ein großes Aufgebot an österreichischen und tschechischen Journalisten an. Schließlich hatte der Kärntner Landeshauptmann eben erst mit antisemitischen Anspielungen


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