Kein Auto für Schwule!

Affäre. Einem homosexuellen Mann wird der Führerschein entzogen, weil er seine "Tathandlung unter Verwendung eines Kraftfahrzeuges" begangen hatte.

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 10/01 vom 07.03.2001

Schwule, die freiwilligen Sex mit Jugendlichen haben und dafür strafrechtlich verurteilt werden, dürfen nicht Auto fahren. Dies besagt ein Bescheid, der im Namen des Landeshauptmannes für Niederösterreich, Erwin Pröll, ÖVP, vom Amt der niederösterreichischen Landesregierung verfasst wurde. Denn schwuler Sex werde durch die Benützung eines Autos "erleichtert".

Was nach einem verspäteten Faschingsscherz klingt, findet Hannes T. gar nicht so lustig. Der 26-jährige Angestellte, der für seinen Beruf dringend ein Auto benötigt, bangt um seine wirtschaftliche Existenz. Ihm wurde für zwei Jahre der Führerschein entzogen. Nicht weil er zu schnell oder betrunken unterwegs gewesen wäre. Nein: T. hatte einen Menschen körperlich geliebt, der das falsche Geschlecht und das falsche Alter besitzt. Er hatte Sex mit einem 16-jährigen Burschen. Freiwillig, mit dessen Zustimmung und ohne Gewalt. Was in anderen Ländern für ein Achselzucken reicht, ist in Österreich ein schweres Verbrechen.


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