Welt im Zitat

Kultur | aus FALTER 10/01 vom 07.03.2001

The Way You Sip Your Sekt Sie ist eben, wie sie ist. Perfekt. Ohne sich verstellen zu müssen. Sie hebt das Sektglas. Formvollendet. Kein kleiner Finger, der absteht. Das Anstoßen - dezent angedeutet. Das Lächeln - nicht zähnefletschend aufgesetzt, sondern, als komme es von innen. Der Schluck - gerade recht, nicht gierig groß, nicht affektiert klein. Perfektes Styling, sympathisches Auftreten, souveräner Umgang. Und nicht nur der Auftritt ist makellos, auch die Inhalte sind glänzend poliert. Kein falscher Ton, kein falscher Zwischenton.

Der Kurier findet die designierte Direktorin der Nationalbibliothek, Johanna Rachinger, also eher gut.

Es ist nicht alles Gold ...

Literarische Formen und Geschmäcker wandeln sich im Lauf der Zeit, gewiss. Mit "Blackbox" kann aber nur ein Verlag Geld verdienen, der weiß, dass es um die Produktion von Katzengold für Dummi(e)s (Autoindustrie?) geht, obwohl er schon echtes Gold im Programm hatte - nicht zuletzt mit Garcia Marquez. Die Schelte gilt also nicht Stuckrad-Barre allein. Aber: Pecunia nun olet.

Ob das Geld nun stinkt oder nicht oder ob bloß das Buch seltsam riecht, wer vermag es nach dieser Rezension im Standard noch zu sagen?

Probleme auch in Zukunft gesichert Wir können zuviel - das ist unser Problem. Wenn wir in Zukunft noch mehr können, werden die Probleme proportional noch zunehmen. Durch mehr Wissen und Können werden sie schon lange nicht mehr geringer, wenn sie es denn je wurden. Die wissenschaftliche Logik, dass wir, je mehr wir können, desto besser Probleme lösen, stimmt für die wesentlichen Probleme nicht! Das mag die vielleicht erschreckendste Erkenntnis sein, die uns seitens der Wissenschaft ins Haus steht.

Ihr Einkauf kann dem Konsumenten auch ganz schön hart zusetzen.

Rudolf John liegt auf der faulen Haut


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