Streifenweise

Kultur | Christian Cargnelli / Michael Omasta | aus FALTER 10/01 vom 07.03.2001

Diesmal: Neues vom österreichischen Film zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten. Eine rechte Hetz hat Christiane Hörbiger in Paul Harathers "Die Gottesanbeterin": Sie mordet ihre Gatten, frei nach dem Fall Blauensteiner. Eine rechte Hetz leistet sich auch das Sound-Design: Bevor es richtig losgeht, flutscht und zischt es hier schon so, dass man besser in Deckung geht. Casting? Schauspielerführung? Tempo? Fehlanzeige. Immerhin darf der Film für sich in Anspruch nehmen, einen neuen Rekord an völlig sinnlosen Einstellungen aufgestellt zu haben. Dilettantismus pur also - und der Beweis dafür, dass Paul Harather seit seinen frühen, glatten Arbeiten an der Filmakademie nichts dazugelernt hat. Hörbigers Filmographie setzt im Presseheft übrigens schamhaft erst bei "Donauwalzer" (1984) ein - dabei bräuchten sich Pretiosen der österreichischen Filmgeschichte wie "Die Wirtin zur Goldenen Krone" (1955) und "Kronprinz Rudolfs letzte Liebe" (1956) hinter der "Gottesanbeterin" nicht zu verstecken.

Sonntagsmatinee im Filmcasino: "Land ohne Eigenschaften" von Harald Friedl, eine Videodokumentation, in der sich österreichische Schriftsteller auf Spurensuche nach dem "Wesen" dieses Landes machen - darunter Bodo Hell, Raoul Schrott, Anna Mitgutsch, Peter Turrini, Barbara Neuwirth und Robert Schindel (11.3., 16 Uhr).

Und zum Thema "Film- und Medienwissenschaft in Österreich": das "1. SYNEMA Kolloquium", eine dreitägige Bestandsaufnahme von heimischen Projekten, Initiativen und Institutionen, bei der rund sechzig Referentinnen über ihre jeweilige Arbeit und den aktuellen Stand der Forschung, Praxis und Lehre berichten - der Eintritt ist frei (Aula/Universitätscampus im Alten AKH, 8.-11.3., die einzelnen Termine entnehmen Sie bitte dem Programmteil).


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