Systeme ohne Grenzen

Musik. Kante nehmen Popmusik als Kunstform abseits des Tagesgeschäfts ernst und gelten damit als Band der Stunde. Jetzt kommen sie mit ihrem Aufsehen erregenden Album "Zweilicht" nach Wien.

Kultur | Gerhard Stöger | aus FALTER 10/01 vom 07.03.2001

Popmusik und ihre magischen Momente - ein wunderbares Thema, das sich niemals zur Gänze in das strenge Korsett rationaler Erklärungen zwängen lässt. Natürlich können Bücher mit theoretischen Abhandlungen dazu verfasst werden, und sowohl emphatische Fan-Berichte als auch distanzierte wissenschaftliche Analysen arbeiten sich seit Jahrzehnten an der Semantik des Systems "Popmusik" ab. Der Kern der Sache aber, dieses geheimnisvolle Etwas, entzieht sich dabei doch stets einer adäquaten Verbalisierung. Denn Akkorde, Melodien, Sounds und Musikstile wären für sich genommen zwar relativ klar fassbare Bestandteile; das irrationale affektive Potenzial von Pop sprengt diesen Rahmen jedoch immer wieder aufs Neue.

Ganz in diesem Sinn argumentiert die Hamburger Band Kante in ihrem Hit "Die Summe der einzelnen Teile": "Wir haben Gitarren, das Klavier und den Bass. Wir haben das Schlagzeug, den Gesang und all das ist in guten Momenten für eine Weile mehr als die Summe der einzelnen Teile", heißt


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