Der Knödel in der Hand

Musik. Komponieren ist wie Lego-Spielen, meint der kochende Komponist Clemens Gadenstätter. Im Rahmen der Hörgänge findet ein multimedialer Abend mit seiner Musik statt.

Kultur | Carsten Fastner | aus FALTER 10/01 vom 07.03.2001

Der spröde Begriff ist vor allem Historikern und Literaturwissenschaftlern bekannt, die Sache selbst kennt man aus dem Alltag von langen Telefonaten, endlosen Sitzungen oder zähen Vorlesungen; entwickelt wurde sie ursprünglich als Abhilfe gegen Materialknappheit, und das vor über 2000 Jahren; in den Klöstern des europäischen Mittelalters gelangte sie zu einer beinahe industriellen Anwendung, geriet dann zunächst in Vergessenheit, um in der bildenden Kunst des 20. Jahrhunderts, etwa bei Arnulf Rainer, Ernst Friedrich oder Tom Philips, wieder aufzutauchen: die Palimpsestation, die Überschreibung oder Übermalung eines Textes beziehungsweise eines Bildes.

Jetzt nehmen sich die Hörgänge, das der österreichischen Gegenwart gewidmete Musikfestival des Konzerthauses, der alten Kulturtechnik an - freilich im übertragenen Sinn: "Das Thema ,Palimpsest' zielt genau auf die Spannung zwischen Vergangenem und Gegenwärtigem und ist damit nicht nur ein Faktum aktueller Kompositionspraxis, sondern


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