Mr. Schmidt goes to Paris

Literatur. Große Alte-Männer-Literatur: Charles Simmons' "Lebensfalten" und Louis Begleys "Schmidts Bewährung".

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 10/01 vom 07.03.2001

Alte Männer sind geil. Das unterscheidet sie nicht im Geringsten von jungen Männern. Allenfalls die performative Umsetzung dieser Geilheit soll, wie man so hört, mit den Jahren schwieriger sein. Man wird ja sehen. Dennoch kann es nicht schaden, sich schon früher Gedanken darüber zu machen. Der amerikanische Schriftsteller und Kritiker Charles Simmons, der jahrzehntelang Redakteur der New York Times Book Review war und hierzulande mit seiner grandiosen Turgenjew-Neudichtung "Salzwasser" (1999) bekannt wurde, hat genau das getan.

Sein schlanker Roman "Lebensfalten" ("Wrinkles") erschien im Original 1978, als Simmons 54 Jahre alt war. Die Endlichkeit des Daseins ist nicht nur das Thema des Buches, sie prägt dessen Struktur wie die Falten ein Gesicht. Der ganze Roman besteht aus einer losen Abfolge von kurzen, in der Regel drei bis vier Seiten langen Kapiteln, die den Lebensweg des Icherzählers entlang eines ungenannten Stichwortes abschreiten: Was war? Was ist? Was wird sein? Zum Beispiel


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