Phettbergs Predigtdienst: Dialog der Gebrechlichkeiten

... ihr Ruhm besteht in ihrer Schande; Irdisches haben sie im Sinn ... Phil 3,17-4,1 (2. Lesung am 2. Sonntag der Fastenzeit / eines Lesejahres C)

Stadtleben | aus FALTER 10/01 vom 07.03.2001

Nächtelang übertrugen sie im Fernsehen den "Faust", und ich setzte mich ab und zu ein Weilchen davor, aber sie hielten mich nicht. Sie mussten offensichtlich laut sprechen, damit sie die Leute im Saal hören konnten. Und da verloren sie die Nuancen, die ich sonst von den Talkshows gewohnt bin. Wie sie auch schwafeln in den Talkshows, in den Nuancen ist ihr Schwachsinn groß. Sie haben ganz nahe am Mund Mikrofone, und ich sitze vor ihnen und kann ungestört von Höflichkeit ihre Gesichter lesen und spüre schon in der Lautstärke des Atmens den Grad ihrer Verstrickung.

Dagegen kam Steins kompletter "Faust" mit Bruno Ganz nicht an! Peymann hatte doch schon verboten, dass die Fernsehleute Inszenierungen einfach abfilmen. Im Studio musste die Ausstattung nachgebaut werden, Hunderttausende Mikrofone mussten lauern, sodass Minetti nur einzuatmen brauchte, und es war alles gesagt. Aber die Verhältnisse haben sich gründlich geändert. Alle Fantasten wurden beseitigt. Reibungslosigkeit ist hergestellt.

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