Vor 20 Jahren im Falter

... setzte sich auch in Wien langsam die Erkenntnis durch, dass man dem Autoverkehr nicht schicksalhaft ausgeliefert sein muss. Eine Selbstdarstellung der ARGUS.

Vorwort | aus FALTER 11/01 vom 14.03.2001

Die Verkehrsplanung der letzten 20 Jahre war darauf beschränkt, Probleme des Autoverkehrs zu lösen. Kaum ein Ort ist von den Folgen dieser autoorientierten Verkehrsplanung verschont geblieben: Hohe Unfallziffern (60.000 Verletzte/Jahr), dauernde Lärm- und Abgasbelastungen, verparkte Plätze, für den Autoverkehr vernichtete Grünanlagen und Alleen sind allgegenwärtig.

Trotzdem sehen auch Wiens Politiker das Auto noch immer als Garant von Freiheit und Wohlstand - Stadtrat Nittel: "Die Erfindung des Autos ist die größte Befreiung des Menschen seit der Bauernbefreiung." Verkehrsingenieure und Stadtplaner haben die Autoflut zum Sachzwang erklärt, dem die Stadt angepasst werden müsse.

Aufgrund der einseitigen Haltung der Verantwortlichen müssen wir als Betroffene selbst über Verbesserungsvorschläge und Alternativen nachdenken und diese in Selbsthilfegruppen durchzusetzen versuchen.

Die Arbeitsgemeinschaft umweltfreundlicher Stadtverkehr (ARGUS) entstand vor circa zwei Jahren aus der Anti-AKW-Bewegung. Nach dem Erfolg der Volksabstimmung 78 fanden sich ein paar Leute, die sich nicht mehr nur mit den Möglichkeiten alternativer Energiegewinnung beschäftigen wollten, sondern auch andere Möglichkeiten einer freundlicheren Umweltgestaltung suchten.

Unsere Ziele: 1. Weniger statt mehr Verkehr: Das Verkehrsausmaß soll nicht mehr wachsen, sondern abnehmen.

2. Vorrang für Fußgänger und Radfahrer: Wo immer möglich, sollen die "menschlichsten" Fortbewegungsarten, Zufußgehen und Radfahren, bevorzugt und vor dem motorisierten Stadtverkehr geschützt werden.

3. Vorrang für den öffentlichen Verkehr: Der öffentliche Verkehr soll nicht nur auf dem Papier, sondern auch auf der Straße unbedingten Vorrang vor dem Automobil bekommen. Statt der teuren U-Bahn-Vorhaben sollen mit zügig durchgeführten Beschleunigungsprogramm die bestehenden Benachteiligungen des öffentlichen Verkehrs gegenüber dem Autoverkehr abgebaut werden.


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