Was war/kommt/fehlt

Politik | aus FALTER 11/01 vom 14.03.2001

Was war: Kultusgemeinde klagt Haider Der Satz fiel vor nunmehr zwei Wochen am "politischen Aschermittwoch" im oberösterreichischen Ried, sorgt aber immer noch für Diskussionen. "Ich verstehe überhaupt nicht, wie einer, der Ariel heißt, so viel Dreck am Stecken haben kann", sagte Jörg Haider zum Gaudium der Menge. Wolfgang Schüssel wies solche Aussagen zurück, will "Faschingsreden aber nicht zum politischen Hochamt hochstilisieren". Nun will die Israelitische Kultusgemeinde wegen Haiders Aussage über Muzicant klagen. Kommentar von FPÖ-Generalsekretär Peter Westenthaler dazu: "Humorlosigkeit." Auch er würde öfter als "Westentaschler" und "Westerwelle" tituliert.

Was kommt: Bundespolitiker kämpfen in Wien Grünen-Chef Van der Bellen lächelt mit rot-grüner Flamingo-Blume seit Tagen von den Plakaten - und wird im Wahlkampffinale trotz allen persönlichen Widerwillens auch mitmischen. Bundeskanzler Wolfgang Schüssel lässt den Wiener ÖVP-Chef Bernhard Görg bei Pressekonferenzen großzügig danebensitzen. Und Jörg Haider präsentiert sich auf den Plakaten unter dem Namen "Helene Partik-Pable". Die Wiener Parteien spannen für den Endspurt ihre Zugpferde ein.Nur von größeren Auftritten des SPÖ-Bundesvorsitzenden Alfred Gusenbauer ist nichts bekannt.

Was fehlt: Fantasie im Wahlkampf Bürgermeister Häupl (SPÖ) ist schuld. Er hat als Erster seinen 1996 kreierten Spruch von der "Mutter aller Wahlschlachten" recycelt. Seither sind die Kommentatoren mit lustigen Metaphern nichtzu bremsen. Vom "Muaterl" undder "Oma aller Wahlschlachten" berichten sie. Eigentlich ganz launige Schmähs - wenn sie nicht schon vor fünf Jahren genauso gerissen worden wären. WeilNostalgiewellen nicht so schnell abebben, drohen auch nach der Wahl aufgewärmte Phrasen: Sollten sich SPÖ und ÖVP etwa auf einen neuen Koalitionspakt einigen, wird diesen - wie 1996 - bestimmt wieder "der Todeshauch der großen Koalition" umwehen. Jede Wette.


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