Die Unsichtbaren

Ausländer. Im Wiener Wahlkampf wird erstmals um ihre Gunst gebuhlt, im öffentlichen Leben bleiben Zuwanderer hierzulande unsichtbar. Nur wenige schaffen es beruflich nach oben.

Politik | Julia Ortner | aus FALTER 11/01 vom 14.03.2001

Dezenter dunkelblauer Anzug, Hut, Seidenhalstuch. Der Herr Professor hat Stil. Nur auf der Straße wird der höfliche Pädagoge oft angerempelt und beschimpft. Als "Affe" oder "Nigger". Dass der Afrikaner Lehrer ist, können sich manche Wiener nicht vorstellen. "Der ist euer Professor?" - Damien Agbogbe erntet manchmal abwertende Blicke und erstaunte Gesicher, wenn er mit seinen Schülern unterwegs ist. "Für viele ist ein Afrikaner ein Drogendealer, ein Krimineller - aber sicher kein Akademiker, der ihren Kindern etwas beibringt", erzählt der aufgeschlossene Mann, der mit 18 Jahren Togo verlässt, um in Paris Französisch und Philosophie zu studieren. Dann kommt er nach Wien, wo er im Lycee francais eine Stelle als Lehrer antritt.

Mittlerweile hat Agbogbe so etwas wie eine kleine Revolution geschafft: Er ist der erste schwarze Lehrer, der auch einen Lehrauftrag an einer öffentlichen Wiener Schule hat. Als Einziger von vielen afrikanischen Lehramtsstudenten, die vor der entscheidenden


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