"Eigentlich ein Wahnsinn"

Fall Hannes T. Zuerst wurde ihm wegen gleichgeschlechtlichem Sex der Führerschein entzogen. Nun verliert er seinen Job. Wehren kann sich der homosexuelle Hannes T. dagegen nicht. Ein Antidiskriminierungsgesetz fehlt. Wie lange noch?

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 11/01 vom 14.03.2001

Die nächsten Wochen werden hart", sagt Hannes T., "ich habe gerade noch 400 Schilling eingesteckt." Mehr werden es vorerst nicht werden. Hannes T., Mitarbeiter einer Fleischhandelsfirma, wurde in "unbezahlten Zwangsurlaub" geschickt. Nachdem Falter und "ZiB 3" berichtet hatten, dass dem 26-jährigen Angestellten wegen Sex mit einem 16-jährigen Burschen der Führerschein entzogen wurde, hatte sein Arbeitgeber die Nase voll: "Bleiben Sie die nächsten Wochen zu Hause", riet er dem Mann. Die Kunden würden einen schwulen Verkäufer ohne Führerschein gar nicht goutieren. "Ich brauch dort gar nicht mehr hingehen", meint Hannes T.

Der Fall Hannes T. hat für politischen Wirbel gesorgt. SPÖ, Grüne und Schwulenorganisationen forderten die Abschaffung homosexuellenfeindlicher Bestimmungen. Im Büro des niederösterreichischen Landeshauptmannes Erwin Pröll (ÖVP) - in dessen Namen der Führerschein abgenommen wurde - verstand man die Aufregung nicht: "Alles rechtmäßig", so ein Sprecher. Nicht


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