Bach, Brot und Rüben

Film. Mit "Code unbekannt" hat Michael Haneke seinen bislang überzeugendsten Film gedreht - ein vielstimmiges Werk über Gewalt, Fremdheit und das Kino. Der "Falter" sprach mit dem Regisseur über Juliette Binoche, Josef Bierbichler, über Bach-Fugen, Brotessen und die Wahrhaftigkeit der Bilder.

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 11/01 vom 14.03.2001

Ob eine Familie kollektiv in den Freitod geht (wie in "Der siebente Kontinent", 1989), ein Jugendlicher einen anderen mit dem Schlachtschussapparat tötet und dabei filmt (wie in "Benny's Video", 1992) oder zwei junge Männer, die sich Beavis und Butthead nennen, ins traute Heim einer Familie eindringen, ihre Mitglieder terrorisieren und schließlich ermorden (wie in "Funny Games", 1997): Der österreichische Regisseur Michael Haneke gilt als Artaud des Films, sein Kino als eines der Grausamkeit.

Sein jüngstes Werk, produziert in Frankreich mit Juliette Binoche in einer Hauptrolle, zeigt Haneke auf dem Höhepunkt seines Schaffens. "Code inconnu" ("Code unbekannt") beginnt mit einer Straßenszene in Paris, in deren Verlauf wir Anne kennen lernen, eine junge Schauspielerin unterwegs zu einer Theaterprobe, und in weiterer Folge ihren Stiefsohn Jean, der eine Bettlerin anpöbelt, daraufhin von einem Schwarzen zur Rede gestellt wird, bis eine Rauferei beginnt, die Polizei eingreift, der Junge


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