Aus dem Reiche Popo

Theater. Endlich eine Burgtheater-Inszenierung, die nicht zum Theatertreffen eingeladen wird: "Leonce und Lena" in der Regie von Sven-Eric Bechtolf.

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 11/01 vom 14.03.2001

Unter den drei Dramen von Georg Büchner ist "Leonce und Lena" schon deshalb das merkwürdigste, weil der Dichter seine tiefschwarze Weltsicht hier in das bunte Gewand einer märchenhaften Liebeskomödie kleidet. Die Handlung - zwei einander zur Hochzeit versprochene Königskinder ergreifen die Flucht, verlieben sich dabei ineinander und heiraten am Ende erst recht - ist ziemlich uninteressant und unwichtig; darunter aber verbirgt sich ein philosophisches, tieftrauriges Stück über Sinnleere, Langeweile und Lebensmüdigkeit.

Der melancholische Prinz Leonce ist ein Verwandter Dantons, es macht also durchaus Sinn, als Ergänzung zu "Dantons Tod" im Akademietheater "Leonce und Lena" auf den Spielplan zu setzen (noch sinnvoller wäre vielleicht gewesen, den "Danton" nicht mit Heiner Müllers "Auftrag", sondern mit "Leonce und Lena" zu kombinieren, dann hätte man sich auch das Revolutionsspektakel erspart). Aber: "Leonce und Lena" ist kein einfaches Stück; um es vom Blatt zu spielen, ist es


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