Das Ende der Gaudi

Oper. Dem Regisseur Markus Imhoof ist die Thematik des Fremden ein zentrales Anliegen - auch bei seiner Neuinszenierung von Mozarts "Entführung aus dem Serail" für die Volksoper.

Kultur | Jürg Stenzl | aus FALTER 11/01 vom 14.03.2001

Die zweigeteilte Welt, der Orient von Bassa Selim und das "Ausland" der Engländerin Konstanze und des Spaniers Belmonte, ist in Mozarts "Entführung aus dem Serail" lediglich eine couleur locale, die kontrastierende Verhaltensweisen, skurrile Figuren wie den Haremswächter und "Türkenmusik" erlaubt. Mozart und sein Librettist Stephanie waren Dramatiker, keine "Gutmenschen".

Doch das "Fremde" als ein bloßes theatralisches Mittel ist heute - auch außerhalb von Wahlkampfzeiten - längst passe. Der Regisseur Markus Imhoof hat sich mit dieser Thematik, etwa in seinem ergreifenden Film "Das Boot ist voll", intensiv auseinander gesetzt. Er ist jedoch ein feinfühliger Künstler, der sich bei seiner Neuinszenierung der "Entführung" für die Volksoper der Gefahr einer Reduktion auf ein aktuelles Politikstück genauso bewusst war wie jener einer zu naiven Sicht.

Werner Hutterli hat dazu ein Einheitsbild mit einem Märchenpalast geschaffen, "einen Wunschort, einen Turmalin, der alle Farben des


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