Neue Ohren für den Hund

Musik. Alison Goldfrapp betreibt auf ihrem Debütalbum "Felt Mountain" ein ambivalentes Spiel mit dem ästhetischen Potenzial totalitärer Fantasien. Demnächst auch live in Wien.

Kultur | Robert Rotifer | aus FALTER 11/01 vom 14.03.2001

Die butterbrotdünnen Referenzen des vergleichenden Musikjournalismus, sie verstellen nicht selten den Blick aufs Offensichtliche. Dennoch: Ehe wir uns der in diversen Fachpublikationen zu Goldfrapp bereitgestellten Abziehbilder mit einem herzhaften "Pah!" entledigen, sollten wir sie, mit spitzen Fingern angefasst, kurz betrachten: Erstens: Ja, Alison Goldfrapp ging einst als Gastvokalistin mit Tricky auf Tournee. "Aber das war nicht meine Musik", sagt sie im Falter-Gespräch, "das war nicht einmal vergleichbar. Es gibt überhaupt keine Verbindung." Zweitens: Ja, Portishead kommt einem beim Hören ihres Albums in den Sinn, selbst wenn Goldfrapp ganz ohne Beats, Loops und Samples arbeiten. "Weil dieser Vergleich immer gemacht wird, wenn eine Frau singt, die Musik etwas links von der Mittellinie verläuft und ein wenig langsam ist." Und um einem dritten Stereotyp vorzubeugen, betont Alison Goldfrapp noch, dass sie bei dem nach ihr benannten Act keineswegs nur die Rolle der Sängerin spielt,


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