Nüchtern betrachtet: Vom Gebrauche des rechten Glases

Kultur | aus FALTER 11/01 vom 14.03.2001

Ein Glas Bier, so kann man es bei unseren Dichtern lesen, ist eine gute Sache; besser als ein Glas Bier, so sagen unsere großen Dichter, sind zwei Glas Bier. Oder zwei Gläser? Das kommt auf das Glas an. Hat man beim ersten Bier ein schlechtes Glas bekommen, muss man beim zweiten Bier ein gutes Glas bestellen. Nun gibt es Bier-Connaisseure (eine Contradictio in adjiecto), die genau wissen, welches Bier in welches Glas zu gießen ist, um die richtigen Geschmacksknospen zu umspülen. Das ist Unfug. Meine Geschmacksknospen sind Dumpfbacken, aber für den Unterschied zwischen Pils und Märzen reicht es so halbwegs, ob ich nun aus Kommisstiefeln oder, wie es eher meine Art ist, aus Damensstiefeletten trinke. In jedem Falle gilt: Das Auge trinkt mit. Deswegen sind schöne Gläser viel besser als hässliche. Zudem sollten Bier und Glas zueinander passen. Also gilt: schlanke Biere in schlanke Gläser, breite Biere in breite Gläser. Das schlankeste Bier hierzulande ist das Trumer Pils. Dankenswerterweise


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