Stadtrand: Humptata!

Stadtleben | aus FALTER 11/01 vom 14.03.2001

Es ist eine der ersten lauen Nächte. Die Fenster sind geöffnet, man könnte fast an Frieden denken. Fast keine Autos unterwegs, hie und da stöckelt oder latscht jemand unter dem sperrangelweit offenen Fenster vorbei.

Und ausgerechnet ich muss jetzt einen Bankomaten hassen. Nicht irgendeinen, sondern meinen. Genau denjenigen, der genau unter meinem Fenster sein ganz und gar teuflisches Werk verrichtet. Nochmals: Es ist milde und ruhig, ich sitze mit sanftem Gemüt an nichts Geringeres als an Frieden denkend im Zimmer, da braucht irgendein ruppiges und immer, so scheints, leicht angesoffenes Wesen Geld. Ab da verwandelt sich die Geldmaschine in ein krachendes Höllenzeug: Es fiepst und quietscht, drücken Sie jetzt diese Taste, wieder ein grausliges elektronisches Quieken, die ganze lange Nacht lang Humptata!

Der Automat röhrt, hechelt, seufzt und tobt! Und keiner der Nachtschwärmer hat seinen Code gleich beim ersten Anlauf richtig intus, der Automat schreit und lärmt, bis zur erlösenden Geldausgabe schnattert der Blechtrottel auf der Straße lauthals vor sich hin.

Ich hasse einen Bankomaten. Es kann also leicht sein, dass der Weltuntergang nix dagegen gewesen sein wird, bin ich einmal mit der geldspuckenden Teufelsmaschine fertig. Wo. P.


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