Toy-Stories

Gadgets. Zeig mir dein Spielzeug, und ich sage dir, wer du bist: In der Stadt grassiert ein neues Virus: Mit zeitzonenbedingter Verspätung hat der Gadget-Wahn Wien erfasst.

Stadtleben | Klaus Stimeder | aus FALTER 11/01 vom 14.03.2001

Was waren das noch für Zeiten, als man beim Fortgehen mit einem schnellen Griff zum Ultra-Mini-Wahnsinns-leichten-und-eben-deshalb-saumäßig-teuren-Import-Handy seine männlichen wie weiblichen Gegenüber beeindrucken konnte (obwohl es keine/r je zugeben wollte). Aus und vorbei. Wir schreiben 2001, und viele müssen der bitteren Realität erst gewahr werden: Das Mobiltelefon hat mittlerweile auch hierzulande als Statussymbol ausgedient. Nicht mehr die Handgurken, sondern die neuesten Hightech-Spielsachen aus Großbritannien, den USA und Japan bilden nun den Stoff, der die Herzen höher schlagen lässt.

Immer mehr Wiener entdecken den vermeintlichen Sexappeal von kleinteiligem Elektronikspielzeug, das unter dem Sammelbegriff Gadgets firmiert und das in Tokio, New York oder London schon längst zum Stadtbild gehört. Die digitalen Freudenspender gelten zunehmend als modische Accessoires, frei nach dem Motto, was in die Westentasche passt, muss auch zur Westentasche passen. Da trägt etwa


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