Liebe Leserin, lieber Leser!

Extra | Klaus Nüchtern & Klaus Taschwer | aus FALTER 12/01 vom 21.03.2001

Kaum ist die Quecksilbersäule aufzehnGrad Celsius geklettert,tauschen die Menschen ihre Norwegerpullis gegen T-Shirts, schreien "Frühling!" und werden -ein Spielball ihrer Hormone - völlig lesegeil. Der Drang, es schamlos mitjedem dahergelaufenen Buch zu treiben, droht sich Bahn zu brechen, doch da rufen wir: "Halt!"

Lesen Sie zuerst die größte und schönste Buchbeilage des Landes. Es kann ihnen viel Ärger und unliebsame Begegnungen ersparen. Wenden Sie Ihre Aufmerksamkeit dem Inhaltsverzeichnis (ein Stückchen weiter rechts) zu, und Sie werden sehen, dass in unserem Überblick über die Büchertrends dieses Frühlings wirklich alles vertreten ist: Spaß und Ernst, Prosa und Lyrik, Mann und Frau, Geist und Körper, Theorie und Praxis, Sex and Crime. Selbst ein Beitrag über Nymphomanie fehlt nicht. Wie immer liegt ein Schwerpunkt auf österreichischer Literatur, wo auch dreiinteressante Debütantinnen vorgestellt werden, ein weiterer kleiner Schwerpunkt ist der deutschen Haupt- und Literaturstadt Berlin und unseren Freundinnen und Freunden aus den Niederlanden gewidmet.

Mit dem Frühling kommen nicht nur die neuen Bücher, sondern auch die neue Frühjahrskollektion, und die Dedicated Followers of Fashion fragen gestresst, zu welchen Markenartikeln sie greifen sollen. Alles falsch!! Meint zumindest Naomi Klein (weder verwandt noch verheiratet mit dem Zeichner gleichen Nachnamens), deren viel beachtete Kritik des Markenartikelwahnsinns nun in deutscher Übersetzung vorliegt und noch immer "No Logo" heißt.

Wir schließen uns dieser Kritik vorbehaltlos an, empfehlen Ihnen, in diesem Frühjahr ausnahmsweise einmal auf all die überteuerten Markenklamotten von Armani bis Yamamoto zu verzichten. Denn so bleibt Ihnen mehr Geld für den Erwerb von neuen Markenbüchern.


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