Ecocalypse Now!

Grüne Amis. Der Vergleich von Tristan Egolfs "Monument für John Kaltenbrunner" mit T.C. Boyles "Ein Freund der Erde" zeigt, dass im "Land of the Free" die Klimakatastrophe leichter zu überstehen ist als der Klassenkampf.

Extra | Christian Zillner | aus FALTER 12/01 vom 21.03.2001

Von "grünen Niggern" ist sowohl in Tristan Egolfs erfolgreichem Debütroman "Monument für John Kaltenbrunner" als auch im jüngsten Buch von T.C. Boyle, "Ein Freund der Erde", die Rede, wobei sich der Begriff bei Egolf auf grün uniformierte (und im Übrigen weißhäutige) Müllmänner, bei Boyle auf kalifornische Öko-Aktionisten bezieht. USA today: Der Nigger ist ein weites Land.

Beide Romane schildern eine Form von Apokalypse. Boyles Held Tyrone Tierwater lebt im Kalifornien des Jahres 2025. In Rückblenden wird von seinen fruchtlosen Aktivitäten als Öko-Terrorist in den Neunzigerjahren erzählt. Nun versorgt Tierwater die Privatmenagerie eines Rockstars, "die letzte dieser Art in unserem Teil der Welt". Für den 75-Jährigen ist die Welt längst untergegangen: Seine Tochter ist bei einer Baumbesetzung ums Leben gekommen, seine Frau hat ihn verlassen, und die Welt befindet sich in einer Klimakatastrophe. "Es herrscht das totale Chaos, kein Zweifel."

Tristan Egolf zeigt im Rückblick,


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