Literaturpreis: Bloß keine Betroffenheitsliteratur

Extra | aus FALTER 12/01 vom 21.03.2001

Wenn ich was nicht leiden kann", sagt Christa Stippinger, Initiatorin des Literaturpreises "schreiben zwischen den kulturen", "dann ist das diese Betroffenheitsliteratur". Mittlerweile findet der Wettbewerb, der vom Amerlinghaus veranstaltet wird, zum fünften Mal statt, und die jährlichen Anthologien mit den Preisträgertexten beweisen, dass es zu dem bewusst weit gefassten Themenblock "Integration, Assimilation, Fremdsein, Anderssein und/oder Identität" sehr unterschiedliche Zugänge gibt.

Insgesamt steht ein Preisgeld von 150.000 Schilling zur Verfügung, das in sieben Kategorien (drei Hauptpreise, Projektpreise für Schulklassen, ein Lyrikpreis und seit kurzem auch ein Preis für Texte muttersprachlicher österreichischer Autorinnen und Autoren) vergeben wird. Die Preisträger, die im Unterschied zu den meisten heimischen Literaturwettbewerben keine österreichischen Staatsbürger sein müssen, bestimmt eine jedes Jahr neu, aber stets recht prominent besetzte Jury (heuer: Robert Schindel, der ehemalige Preisträger Philip Scheiner und Waltraud Haas). Der hauseigene Verlag edition exil sieht sich als "Einstiegsverlag", erklärt Stippinger, "wo man durch unsere Anthologien eine erste kleine Öffentlichkeit bekommt, die vielleicht Türen öffnet, weil man damit zu anderen Verlagen gehen kann". Zu den bisherigen Preisträgerinnen gehören unter anderen die Lyrikerin Emilija Kelecija,die beiden Österreicher Denis Mikan und Xaver Bayer, der russische Erzähler Vladimir Nikiforov und die Berlinerin Petra Lehmkuhl.

Der Einsendeschluss für heuer ist der 31.3. Informationen bei Christa Stippinger, Tel.: 523 64 75.


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