Es werde Ich Hellerismus. Andre Hellers Liebes- und sonstige Geschichten handeln von einem Ich, das Andre Heller zum Verwechseln ähnlich sieht.

Extra | Wendelin Schmidt-Dengler | aus FALTER 12/01 vom 21.03.2001

So viele Wellen. Und vor meinen Füßen enden sie." Warum? Aus Ehrfurcht? Oder graust ihnen?

Ich lese Andre Hellers Kurzgeschichten in dem Band "Als ich ein Hund war"; mein Denken wird ganz Welle, und es endet vor diesen Texten. Ich kapituliere vor Sätzen wie: "Bei Schmerzen gehöre ich ganz dem Schmerz und bei der Liebe ganz der Liebe." Oder: "Die brillanten Draufgänger besitzen häufig die Möglichkeit, so etwas Ähnliches wie Dammbrüche zu veranstalten." Oder: "Ungezählte begehrenswerte Frauen leben ja im Grunde als betrübliche Verschwendung." Oder: "Euer Oben ist kraftlos und euer Unten ohne Geheimnis." Ich habe gleich in meinem Unten nachgeschaut und kann nur sagen: Es stimmt. Diesen massiven Herausforderungen des Tiefsinns zu genügen, ist schlicht unmöglich.

Andre ist verdammt gut drauf in der Philosophie, und man kann nur mit Bedauern feststellen, dass er ihr abhanden gekommen ist, denn er wäre ein Meister aller Klassen, Ontologe und Positivist in einem, Alchemist und Rationalist.


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