Liebe ist, was kaputtgeht

Preisgekröntes Debüt. Ihre hochgelobte Erzählung "Leben zwischen den Seiten" beschert Corinna Soria den Rauriser Literaturpreis. Aber auch die nicht minder verstörenden und finsteren Gedichte belegen, dass die heimische Literatur eine neue, eigenständige Stimme gewonnen hat.

Extra | Helmut Gollner | aus FALTER 12/01 vom 21.03.2001

Am 28. März bekommt Corinna Soria den mit 100.000 Schilling dotierten Rauriser Literaturpreis verliehen. Seit 1970 geht der Preis jährlich an das beste literarische Debüt des Vorjahres. Soria bekommt ihn für ihr Buch "Leben zwischen den Seiten", eine Erzählung über eine Kindheitskatastrophe. Vor allem die Darstellungskraft wird von der Jury (Ullrich Janetzki, Andrea Köhler, Franz Schuh) für preiswürdig erklärt: "Ihre Sprache schafft deutliche, fast überdeutliche surreale Bilder, die die gewöhnlich verdrängte Verletzlichkeit des Menschen in ein erhellendes Licht setzen."

Dieser (etwas ungreifbaren) Einschätzung ging viel Ehrung im deutschsprachigen Nobelfeuilleton voraus. Sigrid Löffler persönlich rühmte das Buch ausführlich in ihren Literaturen. Ähnlich einlässlich und positiv besprachen FAZ ("ein erstaunliches, dunkel-glänzendes Debüt") oder die NZZ ("geradezu rebellisch existenziell"). Applaudiert wird vor allem einer störrisch unangepassten Stimme, die altmodisch


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