Nah und doch so fern

Kunstgeschichte. Simon Schama hat ein Buch über Rembrandt geschrieben und Werner Hofmann eines über Caspar David Friedrich. Ein Vergleich macht Sie sicher.

Inge Podbrecky | Extra | aus FALTER 12/01 vom 21.03.2001

Der Künstlerroman, dieses zwischen literarischer Biografie und kennerhafter Werkschau angesiedelte Genre, ist ebenso aus der Mode gekommen wie die große Leben-und-Werk-Schwarte. Was da bevorzugt tragischen Figuren übergroßen Formats gewidmet war, bediente vor allem bildungsbürgerliche Unterhaltungsansprüche. Simon Schamas Buch "Rembrandts Augen", das auf über siebenhundert Seiten ein bild- und wortreiches Panorama von Rembrandts Lebens- und Arbeitszeit entwickelt, erinnert auf den ersten Blick an diese Art von Künstlerromanen. Es kommt aber auch mit einem wissenschaftlichen Apparat und akkuraten Bildunterschriften daher, und es verarbeitet Ergebnisse der jüngeren Rembrandt-Forschung - schließlich ist sein Autor Historiker und Kunsthistoriker an der Columbia University in New York.

Allerdings trägt Schama aus der methodisch längst überholten Position des Kenners vor, die schon im Titel anklingt ("Rembrandts Augen", weil im Zentrum steht, auf welche Weise Rembrandt Augen gemalt

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