Weltgeist Profit

Konsumkritik. Naomi Kleins messerscharfe Analyse der weltweiten Ausbeutung durch Markenartikler, angewandt auf die deutsche Ausgabe ihres Buches, lässt nur einen Schluss zu: Lesen, aber nicht kaufen!

Extra | Stefan Löffler | aus FALTER 12/01 vom 21.03.2001

Gestern am Flughafen. Ein Plakat mahnt vor gefälschten Markenartikeln. Schlagartig geht mir der tiefere Sinn auf: Kaufen Sie im Ausland nichts, was Ihnen nicht vertraut ist. Das vermeintliche No-Name-Stück könnte ein Plagiat sein, das Ihnen am Zoll eine saftige Geldstrafe einbringt. Tommy Hilfiger nicht zu kennen, kann also teuer zu stehen kommen. Bei jüngeren Menschen ist es umgekehrt. Tommy Hilfiger kennen, heißt, Fantasiepreise für Klamotten hinzulegen. Kinder entwickeln heute so früh ein Markenbewusstsein, dass sinkende Geburtenraten eigentlich keiner weiteren Erklärung bedürfen.

Auf den Klamotten, die ich gerade trage, steht Cactus, Pamir, Cable Car Clothes Company. Nie gehört? Macht nichts. Wenn ich einen Markennamen erkenne, meldet sich ein Reflex, der sagt: zu teuer. Aber wenn ich durch Einkaufsstraßen gehe, fernsehe, mit manchen Leuten rede, kommt es mir vor, als hätte ich einen Defekt. Als hätte mein Gen für Markenbewusstsein zu wenig Eiweiß abgekriegt. Vielleicht


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