Am Anfang war der Sound

Medien. Der deutsche Germanist Jochen Hörisch hat sich an eine Mediengeschichte vom Urknall bis zum Internet gewagt. Das Vorhaben klingt überambitioniert, das Endergebnis gestaltet sich alles andere als peinlich.

Frank Hartmann | Extra | aus FALTER 12/01 vom 21.03.2001

Dieses Buch ist gut gemacht, keine Frage. Schließlich erscheint es in Hans Magnus Enzensbergers prestigeträchtiger Buchreihe "Die Andere Bibliothek". Der hier gepflegte Kult ums Buch macht Lesen in seiner höheren Form zum Fetischismus, der mit einer Fixierung auf das Material schon äußerlich leicht erkennbar ist. Im Klartext heißt das: "Fadenbindung, Hardcover, halbmattes LuxoSatin- Bücherpapier, säurefrei, 115g/m2".

Ist aber ein Buch über Medien, das - ach! - "schwingende Töne, bewegte Bilder und elektronisch zugestellte Briefe" zwar zum Thema, nicht aber strikten Sinnes zum Inhalt haben kann, in dieser Serie nicht doch ein performativer Selbstwiderspruch? Zudem: Eine Geschichte der Medien zu schreiben ist alles andere als eine Kleinigkeit. Doch eines gleich vorweg: Dem Germanisten Jochen Hörisch gelingt es souverän, einen substanziellen Überblick zu geben, der vom Urknall (sic!) bis zum Internet reicht.

Nach einstimmenden Gedanken über vorgeschichtliche Stimmen und Bilder

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