Von Mythen und Molekülen

Ethnobotanik. Was haben die DNA und die Halluzinationen der Amazonasindianer miteinander zu tun? Jeremy Narby schlägt eine faszinierende Brücke zwischen Schamanismus und Molekularbiologie.

Extra | Oliver Hochadel | aus FALTER 12/01 vom 21.03.2001

Das Wettrennen endete Kopf an Kopf. Durch die gegenseitige Konkurrenz beflügelt, gelang im letzten Jahr sowohl der von Craig Venter betriebenen Privatfirma Celera wie auch dem öffentlich finanzierten HUGO-Projekt die Sequenzierung des menschlichen Genoms. Gleichwohl sind sich alle einig, dass die eigentliche Arbeit nun erst beginnt. Im vergangenen Monat wurden in den führenden Magazinen Nature und Science die ersten Mutmaßungen angestellt, welche Gene als Proteinproduzenten und damit als "Medikamentenentwickler" infrage kommen könnten.

Szenenwechsel. Die Amazonasindianer verfügen nicht über die Shotgunmethode von Celera zur schnellen Entschlüsselung der DNA. An der Entwicklung von höchst effektiven Wirkstoffen hat sie das nicht gehindert. Am bekanntesten ist das muskellähmende Pflanzengift Curare, das aus der westlichen Anästhesie nicht mehr wegzudenken ist. Was in den Tropen bei der Affenjagd durch Blasrohre verschossen wird, wird im Westen in synthetischer Form durch Kanülen


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