Der Run auf Run

Geschichte & Abenteuer. Warum die Muskatnuss daran schuld ist, dass man in New York nicht Niederländisch spricht. Und warum eine süffige Lektüre, nüchtern betrachtet, doch nicht immer das Wahre ist.

Extra | Oliver Hochadel | aus FALTER 12/01 vom 21.03.2001

Ein richtiger Reißer ist das, die mehr als 400 Seiten fliegen nur so dahin. Wagemutige Seemänner stoßen in unbekannte Gebiete vor, Schiffe werden gekapert und versenkt, Verschwörungen geschmiedet und aufgedeckt. Schurken und Helden bestreiten eine weitere Episode im ewigen Kampf von Gut und Böse. Nur: "Muskatnuss und Musketen" ist kein Roman, und Giles Milton hält sich an die Fakten.

Die Inselwelt des heutigen Indonesiens ist um 1600 der Schauplatz für das Ringen der Kolonialmächte um den Zugang zu den kostbaren Gewürzen. Insbesondere die Muskatnuss steht hoch im Kurs, und die gedeiht nur auf den winzigen Banda-Inseln, am üppigsten auf dem kleinen Eiland Run. Milton versucht einem gewissen Nathaniel Courthope ein patriotisches Denkmal zu setzen, weil dieser auf Run 1540 Tage Belagerung standhält, bevor ihm eine niederländische Muskete das Lebenslicht ausbläst. Schließlich tauschen die Engländer Run gegen eine Insel namens Mana-hatta in der Hudson-Mündung. Wir verdanken es


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