"Vier Mal die Woche"

Sexologie. Die Kriminalhistorikerin Carol Groneman hat sich über zehn Jahre lang mit dem Thema "Nymphomanie" beschäftigt. Das brillante Resultat ihrer Studien ist auch ein Buch über Männer und ihre Ängste.

Extra | Franz Gutsch | aus FALTER 12/01 vom 21.03.2001

Eine US-amerikanische Talkshow in den Neunzigerjahren. Der sichtlich erschöpfte Hilfssheriff von Broward County, Florida, ist zu Gast und erzählt. "Meine Frau kann nicht genug Sex bekommen. Sie ist unersättlich." Diagnose: Nymphomanie. Auf die Frage aus dem Publikum, wie oft sie denn Sex haben möchte, antwortet er "etwa vier Mal die Woche". Sexsucht, keine Frage.

Dr. Horatio Storer, US-amerikanischer Gynäkologe im 19. Jahrhundert, machte ähnliche Erfahrungen. Mrs. B. suchte ihn auf und klagte über "Lust". Schlimme Sache, aber Horatio Storer wusste, was zu tun ist. Bei der Untersuchung berührte er behutsam Mrs. B.s Klitoris, worauf diese aufkreischte, aber nicht vor Schmerz, sondern vor Erregung. Der Arzt war geschockt. Ohne ärztliche Behandlung, teilte er Mrs. B. mit, würde sie in einer Irrenanstalt landen. Sexuelle Lust als Geisteskrankheit?

Ein kurzer Blick in ein modernes medizinisches Lexikon. Nymphomanie: "Psychosexuelle Störung, bei der eine Frau von einem unstillbaren Verlangen


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