Showdown in Cambridge

Philosophie. Ein einziges Mal trafen Ludwig Wittgenstein und Karl Popper persönlich aufeinander. Diese Begegnung allerdings hatte es in sich, wie ein Buch mehr als fünfzig Jahre danach detailreich rekonstruiert.

Extra | Alfred Schmidt | aus FALTER 12/01 vom 21.03.2001

Ein einziges Mal kam es zu einer persönlichen Begegnung zwischen den beiden wohl bedeutendsten österreichischen Philosophen des 20. Jahrhunderts, zwischen Ludwig Wittgenstein (1889- 1951) und dem um 13 Jahre jüngeren Karl Popper. Sie fand am 25. Oktober 1946 statt, als Popper - einer Einladung des Moral Science Club in Cambridge folgend - über die Frage "Gibt es philosophische Probleme?" referierte. Ludwig Wittgenstein, der Lokalmatador, leitete als Chairman des Klubs die Diskussion - und war als solcher gefürchtet für seine gleich scharfen wie ausufernden Gegenmonologe, die auf jeden Gastvortrag unmittelbar und regelmäßig folgten.

Ludwig Wittgenstein dominierte die philosophische Szene in Cambridge damals auf eine Weise, die heute geradezu unglaublich erscheinen muss. Das ging so weit, dass seine Studenten seinen starken Akzent, seine Gestik und seine Kleidung nachahmten. In den Worten des Wittgenstein-Schülers Wasfi Hijab, damals Sekretär des Moral Science Club: "Er war wie eine


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