Philosophie-Geschichten: Karl Poppers Wasserglas

Extra | Robert Czepel | aus FALTER 12/01 vom 21.03.2001

Folgende Geschichte, erzählt von einem gewissen Ludwig Wittgenstein: "Ich sitze mit einem Philosophen im Garten; er sagt zu wiederholten Malen ,ich weiß, dass das ein Baum ist', wobei er auf einen Baum in unserer Nähe zeigt. Ein Dritter kommt daher und hört das, und ich sage ihm: 'Dieser Mensch ist nicht verrückt: Wir philosophieren nur.'"

Wenn sie schon nicht verrückt sind - was ist anders bei jenen Menschen, die man "Philosophen" nennt? Tatsächlich ist zumindest der Zugang zum Selbstverständlichen ver-rückt: "Nimmt man das alltägliche Vorstellen zum einzigen Maßstab der Dinge, dann ist die Philosophie immer etwas Verrücktes. Diese Verrückung der denkerischen Haltung lässt sich nur in einem Ruck nachvollziehen." (Martin Heidegger) Probleme finden, wo gewöhnlich Sterbliche überhaupt kein Problem entdecken können, so könnte man also den Grundgestus der philosophischen Denkweise charakterisieren.

Im Prinzip gibt es zwei Möglichkeiten, sich diesem Gestus anzunähern: erstens,


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