Banane heiß, Ente kühl

Kochbücher Wer Kochbücher einfach zum Kochen verwenden will, hats nicht immer leicht.


Armin Thurnher
Extra | aus FALTER 12/01 vom 21.03.2001

Der essende Koch und der lesende Dichter machen sich verdächtig. Karl Kraus Wenn Schriftsteller kochen, ist Vorsicht angebracht. Der durchschnittlich misstrauische Rezensent wird vermuten, die Ambition des Autors konzentriere sich nicht auf die Rezepte, sondern auf die möglichst witzige und geistreiche Darstellung des Drumherum; der Schriftsteller als Arrangeur und Tischdekorateur, sozusagen. Im vorliegenden Fall wird der Verdacht des Rezensenten bestätigt.

Manuel Vazquez Montalban, der spanische Schriftsteller, dessen literarische Produktion ("über hundert Romane" vermerkt der Klappentext als Îuvre) ihn ohnehin im Reich des literarischen Fast food ansiedelt, hat ein Kochbuch geschrieben. Der Titel, "Unmoralische Rezepte", verspricht Prickelndes, löst dieses Versprechen aber nur selten ein. Jedem Rezept steht auf der linken Seite eine Montalban'sche Exegese gegenüber, die sich jedoch oft mit sanftem Zwang den Gegenstand ins Erotische biegt ("der Asturische Bohneneintopf ist

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