Oral Histories: Das große Fressen

Extra | Franz Gutsch | aus FALTER 12/01 vom 21.03.2001

Geistig productive Menschen müssen Fleisch haben. Die andere Lebensweise bleibe den Bäckern und Bauern, die nichts als Verdauungsmaschinen sind." Der provokanteste Sager im Sammelband "Leben. Töten. Essen" kommt einmal mehr von Friedrich Nietzsche. Um nichts weniger als die anthropologischen Dimensionen des Essens geht es in dem von Heike Baranzke, Franz-Theo Gottwals und Hans Werner Ingensiep herausgegebenen Werk, das in über achtzig Texten der versammelten abendländischen Intelligenz dem Grundkonflikt Leben-Töten-Essen nachgeht. Der Bogen spannt sich von den Philosophen der Antike über die Kirchenväter bis hin zu Darwin, Derrida - und, dazwischen dem Karnivoren Nietzsche.

Die andere Lebensweise, der Vegetarismus, hat zurzeit sowohl eine gute Presse wie auch gute Bücher. "Fleisch", so der Titel des Werkes der deutschen Kulturwissenschaftlerin Nan Mellinger, ist ein solches. In ihrer Studie über Ursprung und Wandel zeigt sie die Beziehungen zwischen Fleischverzehr und herrschaftlicher


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