Mühlers Büro

Detektivroman. In "Barbar Rosa", dem witzigen Buch des Bachmann-Preisträgers Georg Klein, stolpert ein investigativer Forrest Gump in einen Film noir.

Extra | Klaus Kastberger | aus FALTER 12/01 vom 21.03.2001

Detektivgeschichten fangen oft mit einem Anruf an. Da lümmelt so ein Sam Spade lässig hinter seinem Schreibtisch und putzt sich mit dem Brieföffner die Fingernägel. Plötzlich schrillt der Apparat, der Mann greift zum Hörer und die Dinge nehmen ihren Lauf.

Im Büro des Privatdetektivs Mühler, der Hauptfigur aus Georg Kleins Roman "Barbar Rosa", haftet der Szene etwas von den Imponderabilien des Alltags an: "Mit meinen bandagierten Händen hob ich das plärrende Gerät auf meinen Schoß, pulte den rechten Zeigefinger ganz aus dem Verbandsmull, nahm schnell eine der Tassen vom Boden hoch und gurgelte mit dem Restchen Tee, um meine Meldung nicht mit allzu ungelenker Stimme aussprechen zu müssen: Mühler. Mühlers Büro."

Herr Mühler trägt die Mühe im Namen, und so wundert es nicht, dass er sich in der Welt nur schwer zurechtfindet. Bevor er zu seinem Auftraggeber, einem gewissen Hannsi, aufbricht, feilt er sich die krumm gewachsenen Fingernägel zurecht und schabt sich die Hornhaut


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