Da steckt Arbeit drin

Literatur. Alexander Kluges in zwei Bänden gebündeltes Lebenswerk "Chronik der Gefühle" verknüpft Fakten und Fiktionen in einer fantasieanregenden Arbeit an und mit der Geschichte.

Extra | Bernhard Fetz | aus FALTER 12/01 vom 21.03.2001

Bei der Fülle dessen, was wir in einer durchschnittlichen Lebenszeit erfahren können, gibt es doch Konstanten der Verarbeitung. Die Ereignisse werden immer schneller, Katastrophen ereignen sich in der Schrecksekunde einer Explosion, in unheimlicher Geschwindigkeit werden Vermögen vernichtet oder ganze Landstriche. Die Gefühle dagegen sind zäh, sie folgen, seit es menschliches Bewusstsein gibt, gleich bleibenden Impulsen: Worauf kann ich vertrauen? Wie kann ich mich schützen? Was muß ich fürchten? Was hält freiwillige Taten zusammen?

Diese alles Verhalten steuernden Fragen formuliert Alexander Kluge im knappen Vorwort zu seiner 2000 Seiten dicken "Chronik der Gefühle". Und mit ihnen hat man tatsächlich ein Navigationsinstrument durch die unglaubliche Fülle an Material aus allen Zeiten und Räumen, das diesem Werk sein Gewicht verleiht. "Basisgeschichten", Geschichten von Leuten, "die nach ihrem Platz in der Welt suchen", nennt Kluge den ersten Band, "Lebensläufe" den zweiten.


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