Mercedes auf dem Mond

Familiendrama. Mit "Liebestod" hat Oscar van den Boogaard einen kammerspielartig angelegten, hinterfotzigen Psychothriller geschrieben.

Extra | Susanne Schaber | aus FALTER 12/01 vom 21.03.2001

Count your blessings. Mit rotem Garn auf weißes Leinen gestickt, und als Losung an die Wand gehängt. Wenn es aber nichts gibt, was nach Segen riecht? Oda Klein zählt und zählt und findet nichts. Vera, ihre kleine Tochter, ist verunglückt, ihre Ehe daran zerbrochen, die Lebenslust verschwunden. Alles tot. Ein "Liebestod"? So jedenfalls nennt Oscar van den Boogaard seinen zweiten auf Deutsch erschienenen Roman. Ein Fundstück.

Klingt alles furchtbar bekannt: Das tote Kind, das aufgebahrt bleibt; die Eltern, die sich nur mehr anstarren und dabei aus den Augen verlieren; die Zeit, die keine Wunden heilt, sondern diese neu aufreißt. Oscar van den Boogaards "Liebestod" ist ein statischer Roman, der ohne großen Theaterzauber auskommt unddie Hauptdarsteller gegen die Wand rennen lässt.

Szenen einer Ehe: Paul Klein, Oberstleutnant und scheinbar idealer Gatte, friert neben seiner Frau. Nach Veras Tod flüchtet er in den Dienst, in die Tropen, schickt muntere Briefe heimwärts, kehrt erst nach


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige