Rache ist Leberwurst

Amsterdam-Thriller. Rene Appels "Rachsucht" überzeugt durch realistische Milieuschilderungen.

Extra | Franz Gutsch | aus FALTER 12/01 vom 21.03.2001

Unangenehm. Frau verpfeift Mann wegen Mordes an die Polizei. Aus Mangel an Beweisen kommt er wieder frei. Sein einziger Gedanke: Rache. Er verfolgt sie, ihn verfolgen schlecht gelaunte Drogenhändler. Showdown nach 316 spannenden Seiten. Soweit der Plot des Thrillers "Rachsucht" von Rene Appel.

Rückblende. Da ist zu Beginn die neunzehnjährige Manon. Sie lebt in Amsterdam und arbeitet im Fleischerladen ihrer Eltern. Fleißige Eltern. Anständig. So beiläufig beschrieben, wie Manon sie wohl auch wahrnimmt. Eine enge Welt, vollgestellt mit Schulterstücken, Leberwürsten und Hackfleisch. Wenig Platz für die Sehnsüchte einer jungen Frau. Da lernt sie Roy kennen, und alles wird anders. Auch Roy ist fleißig. Trinken, rauchen, kiffen, Autos knacken, dealen und irgendwann ist irgendeiner tot und alles außer Kontrolle.

"Rachsucht" ist ein temporeicher Thriller, der jedoch nie die Bodenhaftung verliert und zudem durch die Genauigkeit besticht, mit der er diverse Milieus wiedergibt, die auch


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