Ellen, verzweifelt gesucht

Männer um die 40. Leon de Winters "Leo Kaplan" wird aus der Lebensbahn geworfen.

Extra | Susanne Schaber | aus FALTER 12/01 vom 21.03.2001

Was für ein armes Schwein! Zwei Ehen sind gescheitert, diverse Affären im Sand verlaufen, wichtige Konten gesperrt, weil das Testament seines Vaters vorsieht, dass der Sohn fünfzehn Jahre auf den Geldregen warten soll. Und selbst seine eigenen Quellen scheinen versiegt: Vormals ein gefeierter Schriftsteller, steckt er nun in einer Krise. Kurz und gut: Im Leben des Leo Kaplan läuft alles schief.

Einmal mehr ein neuer Roman von Leon de Winter. Ganz frisch ist er nicht mehr. "Leo Kaplan" ist vor 15 Jahren in den Niederlanden erschienen und nicht mehr, als er zu sein vorgibt: ein packender, mitunter etwas geschwätziger Unterhaltungsroman mit berührenden Momenten.

Leo Kaplan tut sich selbst leid. Gleichzeitig spürt er, wann er seine Fassung verloren hat: als seine Jugendliebe Ellen an ihm vorbeigerauscht ist. Er hat nicht reagiert, ihr nur sprachlos hinterhergestarrt. Seither ist nichts mehr im Lot. War Ellen nicht einst sein Garten Eden gewesen? Eine Schickse, wie Leos Eltern monieren.


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