Mitteleuropa again

Ausland. Wie wird Österreich mit den Konsequenzen der "strategischen Partnerschaft" fertig?

Vorwort | Raimund Löw | aus FALTER 12/01 vom 21.03.2001

In den Jahren des Kalten Krieges hatte die Idee einen leicht nostalgischen Touch: Über die Blockgrenzen hinweg sollten Tschechoslowaken und Ungarn, Österreicher und Polen die Härten der Gegenwart durch den Dialog über die gemeinsame Vergangenheit aufweichen. Ein imaginärer Kaiser Franz Joseph schwebte über dem von Erhard Busek und anderen weltoffenen Konservativen hartnäckig verfolgten Projekt, das sich von mancher traditionellen Borniertheit der heimischen Politik wohltuend abhob. Für die Dissidenten im antistalinistischen Widerstand blieben die Signale aus Wien jedoch Randerscheinungen: Vaclav Havel oder Jiri Dienstbier in Prag, Miklos Haraszti oder Gabor Demsky in Budapest orientierten sich eher an den westlichen Hauptstädten Paris, London und Washington als an Stimmen aus dem neutralen Österreich. Und die polnische Solidaritätsbewegung bezog ihre katholischen Impulse direkt aus Rom, der Umweg über Wien erfolgte auf einem Nebengeleise.

Als der Eiserne Vorhang fiel, da schien


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