Vom Siegen und Scheitern

Rot-Grün. Nach den Wiener Landtagswahlen am 25. März könnte erstmals eine rot-grüne Koalition Wien regieren. Doch lohnt sich das Experiment überhaupt? Ein Blick nach Deutschland: Was kann Rot-Grün?

Politik | Gerald John, Mitarbeit: Eva Weissenberger | aus FALTER 12/01 vom 21.03.2001

Rote Schläger gibt es überall. In Österreich waren es Jolly Hesoun und seine Bau-Holz-Gewerkschafter, die renitente Demonstranten aus der Hainburger Au prügeln wollten. In Deutschland wiederum hieß der Brutalo vom Dienst Holger Börner. "Ich bedaure, dass es mir mein hohes Staatsamt verbietet, den Kerlen selbst eins in die Fresse zu hauen", schimpfte der damalige hessische Ministerpräsident im Mai 1982, als es bei Protesten gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens zu Krawallen gekommen war: "Früher auf dem Bau hat man solche Dinge mit Dachlatten erledigt." Verhauen wollte der gelernte Betonfacharbeiter Börner die "Chaoten", "Vandalen" und "Alternativen" - kurz: die Grünen.

Wenige Monate später stand der grobschlächtige Sozi tatsächlich dem Bösen gegenüber, personifiziert durch einen gewissen Joschka Fischer. In der Hand hielt Börner allerdings keine Dachlatte, sondern einen Bierkrug: Mit diesen Chaoten konnte man ja tatsächlich einen Heben gehen! "Ach, ich war als Juso


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