Das Gute an der Pubertät

Film. David Gordon Greens Erstling "George Washington" zeigt, dass US-Independent-Filme nicht verwackelt und Jugendfilme nicht zynisch sein müssen.

Kultur | Maya McKechneay | aus FALTER 12/01 vom 21.03.2001

Nichts geht Regisseur David Gordon Green mehr auf die Nerven als jene Sorte junger amerikanischer Independentfilmer, die sich einfach eine Videokamera schnappen und mit viel Gewackel und einem Cameoauftritt von Harvey Keitel ihren ersten Low-Budget-Erfolg landen. Die sich darauf verlassen, einen Mangel an kinematographischer Qualität mit einem Überschuss an Ironie wettmachen zu können. Bevor er so etwas drehen würde, sagte Green in einem Interview, würde er lieber irgendeinen McJob annehmen oder ein ausgedehntes Nickerchen halten.

Harte Worte, die nicht etwa von einem alten Revisionisten, sondern von einem Mittzwanziger stammen, der mit dem Indie-Boom der Neunziger groß geworden ist, seine Liebe zum Kino aber im Rückblick - etwa auf Arbeiten von Robert Altman oder Terrence Malick - entdeckt hat. David Gordon Greens Indie-Spielfilmdebüt "George Washington" ist folglich auch nicht auf Video, sondern bewusst auf 35 mm, in Cinemascope und mit nur spärlichem Handkameraeinsatz gedreht.


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