Stadtrand: Unter Hundefreunden

Stadtleben | aus FALTER 12/01 vom 21.03.2001

Manchmal möchte man als Hundebesitzerin seinen eigenen Hund verleugnen. Oder sich dafür entschuldigen, einen Hund zu haben, deshalb aber nicht so zu sein wie die typischen Hundewiesen-Stammgäste. Die sind oft eine echte Qual. Da gibt es den Krankheitsexperten, der nicht nur jede Hundekrankheit, sondern seinen Bluthochdruck und was die Menschheit sonst noch quält, langwierig und ungefragt erzählt. Oder es hängt sich eine Hundeliebhaberin an einen, die findet, dass das Problem nicht ihr beißender Hund sei, sondern die "Türkenkinder, die immer wegrennen und den Hund aggressiv machen".

Ein Segen, dass mein Hund lieber mit Bällen spielt als mit Artgenossen? Keineswegs. Da taucht im günstigsten Fall ein Platzhirsch auf, der den Hund mit weiten Ballwürfen über die Wiese hetzt, in der Hoffnung, dadurch die Telefonnummer des Frauchens zu ergattern. Meist ist es aber der selbst ernannte Hundepsychologe, der einen über die seelischen Qualen und versteckten Konflikte "("Alpha-Hund, wissen S' eh?") aufklärt. Im ungünstigsten Fall bäumt sich mit einem lauten "Schleichen S' ehrna von da Wiesn" ein Hundewiesen-Hausmeister vor einem auf und befiehlt, den Platz zu räumen. Im Frühling geht die Saison los: Die Hundewiesen-Stammgäste sind auch dieses Jahr wieder da. N. H.


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