Nur kein Mainstream

Fotografie. Sissi Farassat hat Modefotos gemacht, Werbung fotografiert und für bunte Magazine gearbeitet. Dann hat sie ihr eigenes kleines Fotomagazin gegründet: Sioseh, die kleinste Fotozeitschrift der Welt.

Julia Ortner | Stadtleben | aus FALTER 12/01 vom 21.03.2001

Schicke Mode, hippe Produkte, hübsche Menschen: Damit hat Sissi Farassat ihr Geld verdient. Aber die Auftragsfotografie für die bunte Magazin-Welt ist der 31-jährigen Fotografin bald zu langweilig. "Man wird schnell schubladisiert", meint die junge Frau mit den dunkel umschatteten Augen. Und schubladisieren will sich Farassat nicht lassen. Sie sucht nach einer Möglichkeit, eigene Fotos - zu "künstlerisch" für die Hochglanzmagazine - zu veröffentlichen. "Da habe ich mir gedacht, ich will meine eigene Fotozeitschrift: Da kann ich die Fotos zeigen, die mir gefallen." Sioseh (persisch: 33) ist seit seiner Gründung 1998 Farassats Antwort auf die Mainstream-Fotowelt: 36 bis 48 Seiten schräge, ironische und interessante Fotos, die Größe einer Postkarte - allerdings nur aufgeschlagen. Sioseh ist die kleinste Fotozeitschrift der Welt. Geplant war das eigentlich nicht. "Ein größeres Format konnte ich mir nicht leisten", erklärt die Herausgeberin. "Aber mittlerweile finde ich gerade

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