Absolut Michael

Seinesgleichen geschieht. Über die Gefahren eines Sieges, der für die SPÖ aufs Erste schöner aussieht, als er wirklich ist.

Vorwort | Armin Thurnher | aus FALTER 13/01 vom 28.03.2001

Politik kann auch schön sein, insofern sie uns Unerwartetes bringt. So betrachtet, war es ein schöner Wahlsonntag in Wien. Vor allem für die Wiener SPÖ und ihren Chef Michael Häupl. Die Partei errang die absolute Mehrheit an Mandaten. Bis vor kurzem hatte Häupl selbst diese absolute Mehrheit als irreal angesehen. Sie wäre ihm am liebsten, sagte er, aber es war klar, so ein Geschenk, das kommt nie wieder ...

Nun war das Undenkbare doch gekommen, und der Beschenkte stand da wie vom Donner gerührt. Die Konstellation war ungemein glücklich für ihn und seine Partei gewesen. Ehemalige SPÖ-Wähler, die einsehen mussten, dass sie der ungerade Jörg doch belogen hatte, liefen nun in Scharen zum geraden Michl zurück. Haider war in Wien angetreten, um die Spitzel- und regierungsbelastete FPÖ vor der Totalkatastrophe zu retten. Er hatte sich nicht gescheut, die Karte des Antisemitismus zu ziehen; nicht nur gegen Ariel Muzicant, sondern auch gegen Häupls Spin-Doctor Sidney Greenberg, und


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