Forschung & Vatermord

Kommentar. Warum tun sich Österreichs Universitäten bis heute mit der Aufarbeitung der eigenen NS-Vergangenheit so schwer?

Vorwort | Klaus Taschwer | aus FALTER 13/01 vom 28.03.2001

Vergangene Woche wurde einem gewissen Charles Haywood Dameron aus Port Allen / USA vom österreichischen Botschafter in Washington das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst verliehen. Der Grund für diese Auszeichnung liegt mehr als 55 Jahre zurück: Der heute 86-Jährige wirkte 1945 als Major der US-Armee bei der Befreiung Österreichs mit und stellte Ermittlungen über das Schloss Hartheim bei Linz an. Durch Dokumente und Interviews konnte er belegen, dass Hartheim die größte Vernichtungsanstalt des so genannten Euthanasieprogramms T4 war. Allein in diesem Renaissanceschloss wurden zwischen 1940 und 1944 zumindest 30.000 Menschen getötet.

Auch der Arzt Heinrich Gross wurde mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet - schon ein Vierteljahrhundert vor Charles Haywood Dameron und außerdem "Erster Klasse", also in der Ordenshierarchie noch um eine Stufe höher. Zwischen 1940 und 1944 arbeitete Gross mit Unterbrechungen als Abteilungsarzt


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