Hatzlgrad statt Westenthal

Reportage. In den Gemeindebauten ist die Welt wieder rot. Warum eigentlich? Ein Rundgang durch die Hochburgen Simmerings.

Politik | Thomas Prlic | aus FALTER 13/01 vom 28.03.2001

Der alten Dame im grünen Filzmantel schießen die Tränen in die Augen, wenn sie von ihrem Mann erzählt. "Ich bins ihm einfach schuldig", erklärt sie. "Weil mein Mann hier als Freiheitskämpfer gestorben ist. Im Vierunddreißigerjahr." Schon immer wohnt sie hier, im Gemeindebau ("Errichtet von der Gemeinde Wien im Jahr 1924") im elften Bezirk. Immer schon hat sie die SPÖ gewählt. Auch am Sonntag wieder. Dabei wüsste sie einige Gründe zu nennen, die gegen ihre Wahl sprächen. "Der Postenschacher und das alles" gefällt ihr gar nicht. "Wenn mein Mann sehen könnte, was die aus der Partei gemacht haben!" Im Grab würde er sich umdrehen.

An der Wiener SPÖ-Spitze zählen am Tag nach dem großen Wahlsieg andere Dinge.

"Das Match gegen die FPÖ haben wir eindeutig gewonnen", freut sich SP-Klubobmann Johann Hatzl. Und meint damit nicht die Verluste der Freiheitlichen auf Landesebene, sondern das Wahlergebnis in seinem Heimatbezirk Simmering. Um knapp elf Prozent auf 59,2 Prozent der Stimmen


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