Männer, die Schlaf brauchen

FPÖ. Die Freiheitlichen wurden aus Arbeiterbezirken, Gemeindebauten und Ausländervierteln verjagt. Jörg Haider konnte nicht helfen. Was nun?

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 13/01 vom 28.03.2001

Michael Tscharnutter, die rechte Hand von Hilmar Kabas, erzählt einen Witz: "Es ist uns gelungen, Rot-Grün zu verhindern", sagt der freiheitliche Klubdirektor und klopft sich auf die Schenkel. Der war gut! Aber das ist schon alles an diesem Abend. Tscharnutters Augen sind rot vor Müdigkeit. Die sonst so korrekt sitzende Krawatte ein wenig derangiert. Der Mann braucht Schlaf. Die "Freibierabende mit Politikern", die Wirtshausdiskussionen, die Gemeindebaubesuchsaktionen, all das hat ihn sichtlich hergenommen. Und jetzt auch noch dieses Debakel.

Als vergangenen Sonntagabend im Festsaal des Rathauses der Jubel der Roten kein Ende nehmen wollte, verfolgten Tscharnutter und die blauen Funktionäre in einer Nische an einem Computer den Niedergang ihrer Partei. Bei jedem angeklickten Sprengel schrumpfte der blaue Balken zusammen, während der rote nach oben wuchs. Minus acht Prozent in Favoriten, minus neun in Floridsdorf, minus zehn im "überfremdeten" Fünfhaus, minus neun in Ottakring. Und


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