"Das ist kein Lercherl"

Gericht. Andreas Mölzers "Zur Zeit" warf dem jüdischen Journalisten Karl Pfeifer vor, eine "Menschenhatz" eröffnet zu haben. Nun wurde das Blatt in erster Instanz zu 50.000 Schilling Schadenersatz verurteilt.

Politik | Gerald John | aus FALTER 13/01 vom 28.03.2001

Die Jagdgesellschaft ist groß. Zumindest vermuten das freiheitliche Aktivisten, die sich verfolgt fühlen. Bloß: Wie entlarvt man ein Mitglied der Meute? "Haben Sie sich publizistisch in einer Richtung betätigt, um die Verfolgung von Personen nach dem Verbotsgesetz zu erreichen?", gibt sich Anwalt Johannes Hübner Mühe. "Als österreichischer Journalist trete ich dafür ein, dass alle Gesetze befolgt werden", antwortet Zeuge Karl Pfeifer. "Der Anwalt meint wohl, ob Sie sich ähnlich wie Simon Wiesenthal eingesetzt haben?", hilft Richter Bruno Weis nach. Pfeifer: "Für Verfolgung sindStaatsanwaltschaft und Justiz zuständig. Ich bin nur ein Journalist."

Die Wochenzeitung Zur Zeit - Herausgeber und Chefredakteur ist Jörg Haiders Kulturberater Andreas Mölzer - hatte Pfeifer im Juni des Vorjahres eine andere Rolle zugeschrieben. Unter dem Titel "Tödlicher Tugendterror" wurde der Tod des "aus dem katholischen Umfeld kommenden" Salzburger Politikwissenschaftlers Werner Pfeifenberger abgehandelt.


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